Mittwoch, 9. März 2016

Rezension: Zusammen ist man weniger allein


Autor: Anna Gavalda

Verlag: Fischer

Seiten: 550

Erschienen: Oktober 2006

Dieser Roman ist wie "Die fabelhafte Welt der Amélie", nur noch schöner."
- Frédéric Beigbeder




Inhalt: 
Anna Gavaldas Roman über eine verrückte Wohngemeinschaft am Fuß des Eiffelturms
Camille (26), künstlerisch begabt, ist magersüchtig und jobbt nachts in einer Putzkolonne, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Franck (34), arbeitet als Koch in einem Feinschmeckerlokal, mag leichte Mädchen, schnelle Motorräder und seine Großmutter Paulette (83), eine eigensinnige alte Dame, die sich wehrt, in ein Altenheim abgeschoben zu werden. Philibert (36) ist der letzte große Sproß eines verarmten Adelsgeschlechts, der die Geschichte der französischen Könige im Schlaf hersagen kann, aber zu stottern beginnt, wenn er vor einer jungen Frau steht. Er lebt vom Postkartenverkauf in einem Museum, doch er verfügt - bis die Erbstreitigkeiten in der Familie geregelt sind - über eine 300 qm-Wohnung voller alter Bilder und Möbel. Dort finden diese vier grundverschiedenen Menschen zu einer vorübergehenden Wohngemeinschaft zusammen, in der sie lernen, die Tragödien des Alltags gemeinsam zu bestehen. Und dort entsteht eine Liebe, die keiner für möglich gehalten hätte, am wenigsten die, denen sie widerfährt. 




"Zusammen ist an weniger allein", allein der Titel... auch die Geschichte und ihre Charaktere konnten mich begeistern.
Im oberen Bild sieht man eine Szene aus dem gleichnamigen Film, den ich ebenfalls nur empfehlen kann!
Dieser Roman ist so lebensnah und realistisch, dass man hofft, es gibt diese Menschen wirklich da draußen, im wunderschönen Paris, und zwar genau so, wie sie sind.
Ein Stück wahres Leben ist in einen herzlichen Schreibstil verpackt, dass die Geschichte niemanden kalt lassen kann.
Wir lernen zum einen Paris, etwas Geschichte, einige Tipps aus der Küche und aus dem Garten kennen, da hier so unterschiedliche Personen in ihrer Wohngemeinschaft zusammentreffen und auf ihre eigene Art harmonieren.
Ein kleines bisschen Liebe kann natürlich nicht fehlen! Auch diese ist erst ganz leicht herangewachsen und lässt den Leser flehen, dass die beiden es doch selber sehen!!

Großer Lese- und Filmtipp!! 
5/5 Sterne




Dienstag, 8. März 2016

Rezension: Sex macht Spaß, aber viel Mühe


Autoren: Steffen Münzberg,
 Susanne Thiele, Vladimir Kochergin

Verlag: orell füssli

Seiten: 240

Erschienen: August 2014







Inhalt: 
Warum gibt es eigentlich Männchen und Weibchen? Warum vermehren sich Blattläuse jungfräulich, Elefanten aber nicht? Warum haben wir Menschen überhaupt Sex? Warum gibt es Geschlechter? Wäre es vielleicht besser, wir würden uns auch mit geschlechtsloser Vermehrung begnügen? Viele Lebewesen fahren damit ganz ausgezeichnet. Zumindest legt dies die Scheidungsrate bei Schimmelpilzen nahe.Die Autoren erklären kurzweilig, warum die meisten von uns keine Zwitter sind und zeigen, was Frauen und Männer aneinander schön finden. Sie erfahren, warum uns Sex musikalisch gemacht hat und wie unsere behaarten Primatenkollegen, die Gorillas und Bonobos, flirten und ihre Beziehungen pflegen. Waren wir Menschen schon immer monogam? Was bestimmt wer wir sind und wen wir lieben? Diese Fragen, aber auch wie man kurz- und langfristig 'Mehr Spaß privat mit Primat' hat, beantwortet dieses humorvolle Aufklärungsbuch.


Das humorvollste Sachbuch, das mir bisher untergekommen ist!
In diesem Buch wird eine der beliebtesten Tätigkeiten von Mensch und Tier aus biologischer Sicht betrachtet, wie sich die Fortpflanzung zu dem entwickelt hat, was es heute ist mit dessen Bedeutung in den jeweiligen gesellschaftlichen Strukturen. 
Der Inhalt ist sehr informativ, ich zumindest habe sehr viel Interessantes dazugelernt, wovon ich einiges sofort mit meinen Mitmenschen teilen musste. Natürlich handelt es sich hierbei nicht um einen Roman, den man am Stück verschlingt, einige Stellen habe ich ab und zu mal nochmal gelesen, oder mal das Buch zugeklappt und mir das Geschriebene nochmal durch den Kopf gehen lassen.
Im Großen und Ganzen hat mir das Buch sehr gut gefallen, ich hab es schon einer Freundin ans Herz gelegt und bin auch froh in einer Zeit zu leben, in dem das Thema Sex kein Tabu ist. So gehen auch die Autoren als Biologen völlig natürlich und selbstverständlich an dieses Thema ran, was sehr erfrischend ist.
Wer also daran interessiert ist, mehr darüber zu erfahren, wieso Sex eine große Rolle im Leben spielt, sollte seinen Nase mal in dieses Buch stecken.







Montag, 1. Februar 2016

Rezension: Hanoi Hospital

Autor: David Frogier de Ponlevoy

Verlag: Conbook

Seiten: 352

Erschienen: November 2015












Inhalt:
Inmitten des Lärms der pulsierenden Hauptstadt Vietnams erschüttert plötzlich eine Reihe unerwarteter wie mysteriöser Todesfälle die Krankenhäuser in Hanoi. Auf den ersten Blick haben die Opfer wenig gemeinsam, doch nach und nach verstricken sich durch sie die unterschiedlichsten Schicksale. Die junge Journalistin Linh, Wirtschaftsstudentin Anne und Gelegenheitsarbeiter Tuan finden sich plötzlich in einem Geflecht aus Lügen und Ungereimtheiten wieder, vor dem die Medien die Augen verschließen und das auch vor Staatsinstanzen nicht Halt macht. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Todesfällen? Und was passiert hinter den stummen Wänden und fleckigen Vorhängen des Hanoi Hospitals?
Ein packender Krimi, in dem Welten aufeinanderprallen: Die Idylle vietnamesischer Reisfelder mit der Fortschrittlichkeit lärmender Metropolen. Die Identitätszweifel einer Deutsch-Vietnamesin mit dem Patriotismus der konservativen vietnamesischen Großfamilie. Hanoi Hospital taucht tief ein in das hektische Großstadtreiben Hanois und die Abgründe medizinischer Korruption durch die Kollision von arm und reich. 

Das perfekte Buch für Fernweh!
Die Cousinen Anne und Linh begeben sich auf ihre eigene Aufklärungsreise, sie spüren, dass etwas mächtig schief läuft in den Krankenhäusern von Hanoi.
Wir begleiten die Charaktere durch das wunderschöne Vietnam, man kann geradezu all die Menschen und die Landschaften vor seinen eigenen Augen sehen. 
Auch die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und ihre Handlungen nachvollziehbar.
Ich persönlich konnte mich sehr gut mit Anne identifizieren, die ab und an mit einem gewissen inneren Zwiespalt lebt.
Ebenso ist der eigentliche Krimi-Plot gut gemacht, der Leser wir immer am Ball gehalten, es wird nie zu viel verraten, sodass man schon früh eine Vermutung hätte, man wird immer mal wieder überrascht und vor allem fiebert man mit.
Der ganze Roman, seine Orte, Menschen und Zustände sind unheimlich realistisch, somit ist in diesem Buch die perfekte Mischung aus Spannung, Charakterentwicklung und der Erkundung einer neuen Welt und seiner Kultur.

Ein ganz großer Lesetipp!

Samstag, 2. Januar 2016

Rezension: Tage wie diese

Autoren: John Green, Maureen Johnson, Lauren Miracle

Verlag: Arena

Seiten: 400

Erschienen: Juni 2014











Inhalt: 
Jubilee hat den perfekten Freund. Sie ahnt nicht, dass sie ihn in dieser Nacht verlieren wird - weil sie sich Hals über Kopf in einen Fremden verliebt. Manchmal vergisst Tobin völlig, dass der Herzog eigentlich ein Mädchen ist. Bis zu jenem magischen Moment im Schnee. Addie würde alles dafür geben, wenn Jeff ihr verzeihen könnte. Dabei ist er ihr längst viel näher als sie denkt … Ein zauberhaftes Buch über die Liebe auf den ersten und auf den zweiten Blick. Witzig, tiefgründig, wunderschön!

In diesem Buch verstecken sich drei kleine, verknüpfte Weihnachtsgeschichten von drei verschiedenen Autoren. Ich habe mich sehr auf eine neue Geschichte vor allem von John Green gefreut, im Grunde war es auch ein netter kleiner Zeitvertreib zu Weihnachten, doch mich hat es nicht umgehauen. 
Ich fand alle drei Geschichten leider sehr oberflächlich und vorhersehbar. Ich konnte von keinem Charakter etwas abgewinnen, noch haben mich die Ereignisse bewegt.
Auch den Schreibstil fand ich so-la-la, wahrscheinlich weil sie Teenager ansprechen wollen?!

Bewertung: 3/5 Sternen



Dienstag, 29. Dezember 2015

Rezension: Frische Märchen extra fein




Herausgeber: Michael-André Werner


Verlag: Satyr


Seiten: 192


Erschienen: Oktober 2015













Inhalt:
Märchen – alt und geheimnisvoll. So kennen wir sie. Märchen sind wie der durchgesessene Ohrensessel von Opa. Es gibt aber auch neue – Sessel und Märchen – denn jede Generation hat ihre eigenen: seltsame, lustige, skurrile. Manche sind gereimt und wollen laut gelesen sein. 
Jede Generation hat ihre Märchen. Gesammelte von den Brüdern Grimm. Ausgedachte von Musäus bis Andersen, moderne von Brecht bis Wondratschek. Kaum ein Schriftsteller, der nicht mal ein Märchen geschrieben hat. Das geht Poetry-Slam- und Lesebühnen-Autorinnen und -Autoren nicht anders. 
Dieses Buch versammelt die aller-aller-aller-neuesten und modernsten Märchen und märchenhaften Geschichten von neuen und jungen Autorinnen und Autoren. Sie wurden – wie die meisten Märchen aus alten Tagen – bisher nur mündlich weitergegeben, vor allem von Bühnen herab.  
Mit Beiträgen von Lars Ruppel, Jan-Philipp Zymny, Andy Strauß, Thilo Bock, Björn Högsdal, Matthias Reuter, Ahne, Micha Ebeling, Sabrina Schauer, Heiko Werning, Sarah Bosetti & Daniel Hoth (Team Mikrokosmos), Leo Fischer, Kirsten Fuchs, Sebastian Krämer u. v. a. m.


In diesem kleinen Buche steckt so viel Kunst! Als bekennender Poetry-Slam- Fan war mein Interesse sofort geweckt. Ich habe jede Geschichte genossen und natürlich ausgewählte Lieblingsmärchen (wie zB "Der Drache Klaus" oder "Der König der Olme"). Die Texte sind witzig, intelligent, aktuell, mal tiefsinniger oder einfach unsinnig und dennoch unheimlich gut geschrieben. Es wurde bei der Auswahl und der Abstimmung der Texte aufeinander ganz tolle Arbeit geleistet. In jedem Märchen ist zu erkennen, wieso dieses es in Märchenbuch geschafft hat und auch alle Texte verfolgen diesen Schreibstil, den man Märchen zuordnet und sind trotzdem jedes für sich individuell.
Ganz interessant ist für mich persönlich ist noch der Teil, der für mich nach dem Buch kommt, einige Slammer kenne ich bereits, doch werde ich auf jeden Fall noch ein paar Texte von den anderen Autoren lesen.

Das Märchenbuch kann ich jedem nur aus Herz legen, sowohl eingefleischten Fans, als auch Neulingen, um sie an die neue, aktuelle deutsche Poesieszene anzunähern. Auch mein Buch wir in naher Zukunft wohl in meinem Freundeskreis weite Kreise wandern. 

Bewertung: 5/5 Sternen

Dienstag, 15. Dezember 2015

Rezension: Weil ich Will liebe


Autor: Colleen Hoover

Verlag: dtv

Seiten: 368


Erschienen: Mai 2014






Inhalt:
Es ist jetzt über ein Jahr her, dass Will Layken zum ersten Mal begegnet ist. Und ihre Liebe scheint täglich stärker zu werden. Doch als Will im neuen Studienjahr auf seine Ex-Freundin Vaughn trifft, beschließt er, Layken nichts davon zu erzählen. Ein fataler Fehler, denn als Layken die beiden zufällig sieht, missversteht sie die Situation.

Meine Meinung:
Leider bin ich sehr enttäuscht, ich habe den ersten Band vor einiger Zeit verschlungen und mich sehr auf die Fortsetzung gefreut.
"Weil ich Will liebe" wird aus Will's Sichtweise erzählt, er hat sich in dem Buch unglaublich unrealistisch und für sein Alter kindisch verhalten, ohne an die Konsequenzen seiner Handlung zu denken. Manchmal war mir sein Verhalten und das, was er gesagt hat so peinlich, ich hätte mir vor den Kopf schlagen können.
Zudem ist der Schreibstil mir persönlich viel zu kitschig, Lake und Will wären für mich die Art Paar, deren Anwesenheit mir unangenehm wäre.
Der dritte Band soll ihre Anfangsgeschichte nochmal aus Will's Sicht beschreiben, damit lasse ich mir wohl noch etwas Zeit (noch mehr von Will vertrage ich erstmal nicht). 
Im Grunde hat mir all das gefehlt, was ich im ersten Band so gemocht habe. 

Bewertung: 2/5 Sternen

Freitag, 4. Dezember 2015

Rezension: Wie Monde so silbern

Autor: Marissa Meyer

Seiten: 384

Verlag: Carlsen

Erschienen: Dez 2013

Marissa Meyer kombiniert ein klassisches Märchen mit Anklängen an Star Wars und den Terminator.“

USAToday 



Inhalt:
Cinder lebt bei ihrer Stiefmutter und ihren zwei Stiefschwestern, arbeitet als Mechanikerin und versucht gegen alle Widerstände, sich nicht unterkriegen zu lassen. Als eines Tages in unauffälliger Kleidung niemand anderes als Prinz Kai an ihrem Marktstand auftaucht, wirft das unzählige Fragen auf: Warum braucht Kai ihre Hilfe? Und was hat es mit dem plötzlichen Besuch der Königin von Luna auf sich, die den Prinzen unbedingt heiraten will? Die Ereignisse überschlagen sich, bis sie während des großen Balls, auf den Cinder sich einschmuggelt, ihren Höhepunkt finden. Und diesmal wird Cinder mehr verlieren als nur ihren Schuh …

Dieses Buch hat mich umgehauen! Ich habe jedem aus meinem Umkreis davon erzählt und alle zum Lesen animiert!
Cinder ist ein spannende Protagonistin, von der man in den nächsten Büchern noch so einiges an Charakterentwicklung erwarten kann. Auch die anderen Charaktere sind individuell und man baut schnell Bezug zu ihnen auf. 
Die Einbettung des Märchens von Cinderella in eine dystopische Sci-Fi-Welt ist überraschend stimmig und gut umgesetzt. Marisa Meyer einen schönen Schreibstil und viele kleine Details eingebaut, sodass man keinen Moment an ihrem Weltkonstrukt zweifelt.
Überzeugend, erfrischend und mitreissend, ein ganz heißer Lesetipp!!

Bewertung: 5/5 Sternen